Mittwoch, 27. Juli 2011

Sommer-Best-Of: Männliches und weibliches Ticken

Entgegen aller Erwartungen scheinen Männer wieder vermehrt Heirat und Kinder zu wollen.

Romantische Aussichten für Amerikas Frauen: Gemäss einer Umfrage der Online-Partnervermittlung match.com möchten Männer wieder vermehrt heiraten und sogar Kinder haben. Zumindest in gewissen Alterskategorien. Erstaunlich dabei ist, dass sie es mehr wollen als die Frauen! Haben Männer am Ende auch eine biologische Uhr?

Erstaunlicherweise sind es die zwanzig- bis dreissigjährigen Männer (51%), die mehr Interesse haben, sich zu binden. Die Frauen, von denen sich lediglich 46% eine feste Bindung wünschen, sind hingegen der Meinung, Unabhängigkeit sei ein sehr wichtiger Faktor in einer Beziehung.

Das Blatt scheint sich gewendet zu haben. Gemäss Stephanie Coontz, die die Umfrage entwickelt hat, ist es nicht so, dass Frauen sich der Beziehung nicht verpflichtet fühlen, jedoch ist ihnen heute ihre Arbeit wichtiger. Was früher den Männern vorbehalten war, gilt heute auch für die Frauen: Sie definieren sich teilweise über den Job. Vor allem gut ausgebildete Frauen fühlen sich heute von ihrer biologischen Uhr nicht mehr so unter Druck gesetzt. Sie sind der Meinung – auch dank der Fortschritte in der Reproduktionsmedizin – sie könnten nicht nur Job und Mann aussuchen. Genauso bestimmen sie den Zeitpunkt für Kinder, ohne sich von den Hormonen einschränken zu lassen.

Bridget Jones käme heute bei den knapp 30-jährigen wohl nicht mehr glaubwürdig an: Single sein bedeutet heute nämlich nicht mehr das soziale Abseits. Was die mollige Engländerin noch seitenweise in ihr Tagebuch lamentierte, scheint heute nicht mehr glaubwürdig. Es will mich im Moment keiner? Pech! Und zwar für ihn! Dann mache ich eben Karriere und dann schauen wir weiter. Schliesslich ist man heute als über 40-jährige Singlefrau keine alte Jungfer mehr, sonder ein Cougar! Und die haben doch Spass, trotz Ticken der Uhr!

Montag, 25. Juli 2011

Sommer Best-of: Stillen mit Publikum

Überall herrscht Stillzwang. Aber bitte ohne nackte Haut. Wieviel Busen verträgt die Öffentlichkeit?

Überall herrscht das Credo, Stillen sei das Beste für unser Baby. Damit kann man einverstanden sein oder nicht, jede soll nach ihrer Façon. Aber bitte ohne Brüste zu zeigen! Doch, Sie haben richtig gelesen. Dieser Trend zeichnet sich in – where else? – den USA ab. Nirgends ist die Still-Lobby so präsent wie dort und gleichzeitig gibt es kaum einen prüderen als «The american way of life».

Immer wieder hört man von Lokalen, die stillende Mütter nach draussen verbannen, von Passante, die empörte Bemerkungen loswerden müssen und sogar – auch hier wieder in Amerika – von einem Fotoladen, wo man sich weigerte, ein Foto (!) eines an der Brust trinkenden Babys zu entwickeln.

Da erstaunt es nicht weiter, dass gewisse Mütter sich schämen, in der Öffentlichkeit zu stillen. Mir ging es damals nicht besser, ich fand es immer etwas peinlich, meine Milchbar in aller Öffentlichkeit zu entblössen, also versuchte ich, meine Pflicht in der hintersten Ecke des Kaffees mit möglichst wenig Publikum zu erledigen. Denn sogar die fanatischsten Still-Talibans werden zugeben müssen: In der Öffentlichkeit hat Stillen nichts mehr mit trauter Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind zu tun.

Und deshalb gibt es jetzt «Hooter-Hiders»! (Hooters = Umgangssprachlich für Brüste / Hiders = Verstecker). Ein zeltartiges Ding, dass das Stillen in öffentlichen Räumen wieder in etwas Intimes verwandeln soll. Egal, wie man es dreht und wendet, diese Dinger sehen immer irgendwie aus, als würde man etwas Verbotenes schmuggeln wollen. 


Ganzer Artikel auf dem Blog von wir eltern.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Überzeugt überzogen

Der Kindergarten führte vor zwei Jahren Hochdeutsch ein. Bis heute bereitet das Thema sowohl Eltern als auch Politikern Kopfschmerzen. Oder Kopfweh?

"Es hat sich halt niemand freiwillig gemolden" entschuldigt sich Frau Weber (Name geändert), bei der Aufführung ihrer Kindergartenklasse, weil anstatt eines Kindes sie selber die jährliche Theateraufführung moderiert. "Aber ich bin überzogen, die Vorstellung wird Ihnen gefallen!" fügt sie hoffnungsvoll lächelnd hinzu.

Zwei Sätze, zwei Fehler. Gäbe bei einem Diktat eine vier. Nun haben Kindergärtner ja glücklicherweise noch keine Diktate zu bewältigen, ihnen die Fehler "gemolden" und "überzogen" wieder abzutrainieren wird jedoch schwer genug werden.

Ich fühlte mich nach diesem Auftakt sofort in meine Kindheit zurückversetzt. Wir mussten zwar erst in der Primarschule Hochdeutsch sprechen, die Fehler waren jedoch dieselben. Mit einem deutschen Vater zu Hause war es für mich besonders schmerzhaft, Ausdrücke wie "schlussendlich", "Finken" oder auch "Zeltli" über mich ergehen zu lassen. Dass ich als kleines Mädchen meine Lehrerin nicht widersprechen wollte, machte die Sache nicht einfacher. Besonders als sie mich bat, bitte kein "Fernsehdeutsch" mehr zu sprechen. Sollte das auch heute die Lösung sein? Hochdeutsch mit schweizer Akzent?

Für meinen Vater war es damals besonders schlimm. Beim Elternabend regte er sich regelmässig darüber auf, dass Lehrer, die in seiner Muttersprache unterrichten, von ihrem Können so "überzogen" sein konnten. So kam es, dass er meiner Primarlehrerin zurief "Wie überzogen? Etwa mit Schokolade?" Denn das, liebe Leser, ist die korrekte Verwendung dieses Wortes, das Schweizer verwenden, wenn sie "überzeugt" sind.

Bei Einführung des Hochdeutschen im Chindsgi dachte man, die Umstellung würde das Ergebnis der nächsten Pisa-Studie verbessern, was bekanntlich nicht eintraf. Sogar für den Tatort scheint diese Problematik schier unlösbar! Denn die Sprache Goethes ist nicht nur eine Abwandlung unserer Zürcher, St. Galler, Berner oder Basler Dialekte. Diese Sprache ist so reichhaltig, dass es meiner Meinung nach nur eine Lösung gibt, um unsere Kinder korrekt zu unterrichten: Deutsche Lehrer müssen her, zumindest für den Deutschunterricht! (Natürlich nur solche, die akzentrei sprechen, ich möchte auch nicht, dass mein Kind "schwöbelet".) Und bei dem hohen Anteil an Deutschen in der Deutschschweiz (sie sind in Zürich mit fast 20% die grösste Ausländergruppe), dürfte das ja wohl nicht allzu schwierig sein. Oder würde ein Deutscher den Eignungstest nicht bestehen, weil er die Kinder dazu ermahnt in der Klasse "Pantoffeln" statt "Finken" anzuziehen?

Was sind Ihre Erfahrungen mit der neuen Regelung? Sinn oder Unsinn?

Das Beste im Sommer

Auch wenn es nicht so aussieht, der Sommer ist da und die Rabenmutter macht ein bisschen Ferien. Damit niemandem langweilig wird, gibt es die nächsten paar Wochen ein Best-Of auf rabenmutter.ch. So, jetzt wünsche ich allen einen schönen (besseren) Sommer und viel Spass beim (Wieder)Lesen!

Eure Rabenmutter 

P.S. Nein, das auf dem Bild bin nicht ich, leider...


Freitag, 15. Juli 2011

Mund-zu-Mund

Seit Erscheinen des Buches habe ich schon so viele Reaktionen erhalten, dass ich damit sozusagen Mund-zu-Mund-Werbung machen möchte.  Gleichzeitig danke ich hiermit allen Leserinnen für ihre Treue und ihren Humor!

"Dieses Buch hat mich aus einer Beinahe- Depression geholt!!!DANKE!!!Ich mache also nicht alles falsch!! :)"


"Eigentlich bin ich sehr traurig! ich versuche so langsam wie möglich das Buch zum lesen, aber heute ist so weit, ich habe das Buch fertig gelesen :(!"

"Das einzig schlechte am Buch war, dass es so schnell zu Ende war." 

 

"Dein Werk „Rabenmutter“ habe ich innert einer Woche verschlungen, andere Bücher wälze ich manchmal ein Jahr. Ich habe das Buch mit Schmunzeln, Verstehen, mich selber darin sehen und mit Loslachen gelesen."

"Pointiert ge- und beschrieben, treffendste Beschreibungen, die im Kopf lebendige Bilder zeichnen, flüssig und niemals langwierig zu lesen. Ich war gerührt, ...hab gelacht, fast geweint. Und obendrein noch was gelernt. Und wirklich ehrlich, was ich bewundernswert mutig finde und so erfrischend! Kein blabla, kein schönreden, so isses und und so isses gut. Ich fands toll und ich bin noch nicht mal Mama!"

Die Tochter der Bekannten meiner Verlegerin: "Diese Vogelbuch hättest du Mami nicht geben dürfen. Immer, wenn sie "Rabenmutter" liest, muss sie lachen und hört nicht mehr auf zu lesen und spielt überhaupt nicht mehr mit mir!"
"Ich kann nicht aufhören zu lachen & lesen! Es isch eifach super!!!"
"In 2 Tagen durchgelesen, wohlverstanden in der Babyfreien Zeit am Abend, die eigentlich zum schlafen gedacht gewesen wär. Aber für so ein tolles Buch, opfert man als Mami doch gerne bisschen Schlaf. :-)"
"Ich finde die Art wie Sie schreiben sehr offen und auch sehr erhrlich, das liebe ich einfach!"
"Geniesse im Moment Deine Buch - toll geschrieben, super amüsant und immer ein Körnchen Wahrheit! Danke ♥"
 
 

   








Donnerstag, 14. Juli 2011

Für Berner Leseratten

Die Rabenmutter ist weiterhin on tour. 

Nächster Termin: Sonntag, 24. Juli 2011, 20.30 Uhr im ONO in Bern.

Die Illustratorin Kati Rickenbach wird ebenfalls anwesend sein und live zeichnen!

Wir freue uns auf zahlreiche Gäste!

Donnerstag, 7. Juli 2011

Dienstag, 5. Juli 2011

Emma, Alice und die Rabenmutter

"Von Haushaltsinsel zu Haushaltsinsel", EMMA Nr. 3, Sommer 2011

 
(...)
Die "Rabenmutter" ist eben als Buch erschienen, als eine Art verdichtete, "ungeschönte Wahrheit". Dabei galt: Bloß kein Ratgeber! Bloß keine jener "besserwisserischen Anderen" sein, von denen es im realen Leben genügend gibt, und im Netz auch. Sie tauchen, etwa in Gestalt der "Supermami", als Figuren im Buch auf. Die Rabenmutter, das ist Sassine-Hauptmanns Blogerfahrung, liegt in den Kleinigkeiten. Die finden sich in den Kapitelüberschriften: "Du bist eine Rabenmutter, wenn du dich auf deinen Arbeitstag freust, einfach weil die Kinder dann mal weg sind."
(...)
 
Katrin Kruse
 
 

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