Mittwoch, 25. Juli 2012

Wie Töchter ihre Väter verändern





Eine Umfrage zeigt: Männer ändern ihre Sichtweise über Frauen, wenn sie Töchter haben.


Väter und ihre Töchter. Irgendwie ist das meist speziell, Papi sieht in seiner wenn auch erwachsenen Tochter immer noch das kleine Mädchen, das eine Gutenacht-Geschichte hören will. Das Bild ist nicht nur ein Cliché, wie eine Umfrage jetzt gezeigt hat. Die Huffingtonpost hat kürzlich via Twitter gefragt: «Hat Ihre Tochter Ihre Sicht gegenüber Frauen verändert?» Die schönsten Antworten wollten wir Ihnen nicht vorenthalten:
  • «Egal, wie cool du bist, wenn deine Tochter dir einen imaginären Tee in einer Mini-Tasse serviert, trinkst du ihn, verdammt noch mal. Und streckst deinen kleinen Finger hoch.»
  • «Ich fahre Harley und mache Body Building. Mit meiner Tochter spiele ich mit Plüschtieren und Puppen. Nun denke ich bei jeder Frau, die ich sehe, dass sie die Tochter eines solchen Mannes sein muss.»
  • «Du bist erst ein richtiger Vater, wenn du deiner Tochter Nagellack aufgetragen hast. Und sie dasselbe für dich getan hat.»
  • «Vor meiner Tochter hatte ich nie so viel Respekt vor Frauen und Müttern.»
  • «Lustigerweise habe ich dank meiner Tochter realisiert, das Miss Piggy ein ganz grosses Vorbild für Mädchen ist: Karrierefrau, ehrlich, humorvoll. Mädchen rocken!»
  • «Ich schaue sie an und denke, sie könne später alles werden, von der Footballspielerin bis hin zur Präsidentin.»
All diese schönen Aussagen lassen irgendwie darauf schliessen, dass Frauen all die Jahre umsonst für die Emanzipation gekämpft haben. Sie hätten sich einfach an die Mädchenväter halten sollen, die wären einfacher zu überzeugen gewesen! 

Und nun die Frage an alle Schweizer Väter: «Hat eure Tochter Ihre Sichtweise gegenüber Frauen verändert?»

Freitag, 20. Juli 2012

Kann sie es?

 Die neue Yahoo-Chefin hat einen sehr anspruchsvollen, nervenaufreibenden und kaum zu vollbringenden Job angenommen, wie es scheint. Nicht etwa als CEO. Sondern als erwerbstätige Mutter.

Als diese Woche bekannt wurde, dass die ehemalige Vizepräsidentin von «Google» Marissa Mayer «Yahoos» neue CEO werden würde, ging ein lautes, lobendes «Aaahhhh» durch die Business- und Medienwelt. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Glückliche kurz darauf auch ihre mittlerweile sechsmonatige Schwangerschaft bekanntgab. Anstatt sich erst recht über die historische Tatsache zu freuen, dass eine Schwangere Frau eine solch wichtige Position angeboten bekommen hat und der Verwaltungsrat von Yahoo offensichtlich kein Problem darin sah, eine Schwangere einzustellen, meldeten sich sofort Zweifler. Das Echo gleicht in der amerikanischen Presse seither einer Ermahnung an eine schwangere Teenagerin: «Du hast ja keine Ahnung, was da auf dich zukommt!» liest man in diversen Varianten mehrmals täglich.
Keine Ahnung, was auf sie zukommt
Natürlich ist das nicht falsch: Bevor man einen Job annimmt (auch bei einem nicht kriselnden Internet-Unternehmen), bevor ein Kind auf die Welt kommt, bevor man zum ersten Mal Bungy springt... Das sind alles Erlebnisse, über die man vieles gehört und gelesen hat, die jedoch im Nachhinein zeigen, dass man eben keine Ahnung hat, bevor es einem nicht selber widerfährt. Doch ist das Grund genug, um die bisher so erfolgreiche Mayer anzuzweifeln, wenn sie sagt, sie wolle «im Rhythmus» bleiben? «Mein Mutterschaftsurlaub wird ein paar Wochen dauern, doch ich werde auch während dieser Zeit arbeiten.» erklärte sie zuversichtlich.
Die Reaktionen auf diesen «Plan» waren in den amerikanischen Medien eindeutig: «Nehmen Sie sich frei. Kriegen Sie Ihr Baby und kommen Sie wieder in die Firma, wenn sie können.» (Moderator der Morgensendung «Morning Joe» auf NBC, Brian Sullivan). Obwohl der Ansatz des Blogs «Motherlode» erst positiv daherkam, in dem KJ Dell’Antonia Mayer erst gratuliert, räumt sie ein paar Sätze weiter ein, es sei wohl schwieriger als angenommen, die zwei Aufgaben unter einen Hut zu bringen.
Segen oder Schaden?
Aber ist Marissa Mayers wirklich die Antithese zu Anne Marie Slaughters Artikel «Why women can’t have it all», der auch auf clack.ch vor ein paar Wochen diskutiert wurde? Oder übt sie mit ihrer Entscheidung noch mehr Druck auf werdende Mütter aus, alles unter einen Hut zu bringen? Vor allem auf die, die sich keine Horde Hilfspersonal leisten können? Wahrscheinlich trifft beides zu. Doch auch diese Diskussion wirft die Frage auf, wieso Mutterschaft immer öffentlicher wird. Wieso alle einer werdenden Mutter reinreden dürfen, wenn diese sich dafür entscheidet, etwas zu riskieren. Ist es nicht Sache der Mayers, wie sie ihr Leben mit Job und Kind handhaben wollen? Am Ende des Tages  - und der Schwangerschaft – wird die neue CEO von Yahoo tun, was sie für richtig hält. Bis dahin wird aber noch viel Tinte fliessen.


Dieser Artikel erschien heute auf clack.ch.

Dienstag, 17. Juli 2012

Selbst ist das Kind





Wie selbstständig darf ein Kind eigentlich sein?


Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die Kindergärtnern erlaubt – ja gar fördert – , den Schulweg selbstständig zu gehen. In Grüppchen, aber manchmal notgedrungen auch alleine, zotteln unsere Kleinsten morgens los und wir vertrauen darauf, dass sie gut an ihr Ziel kommen. Das war schon immer so. Es wird zwar kaum noch lange so bleiben, wenn man bedenkt, dass an der Zürcher Goldküste die Kinderlein heute schon mit dem 4X4 vor die Schule gekarrt werden. Was übrigens für die Fussgänger ans Lebensgefährliche grenzt, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich weiss noch, wie ich hochschwanger mit meinem Sohn die ersten paar Wochen den Kindergartenweg ging, ihn immer früher verabschiedete, damit er sich alleine merken sollte, wo er hin musste. Damals konnte ich es kaum erwarten, ihn endlich vor der Haustüre verabschieden zu können, ohne selber angezogen sein zu müssen, es war schliesslich schon Herbst und es regnete oft.
Heute leben wir nicht mehr in der Stadt, wir sind auf's Land gezogen. Hier erhält die Selbstständigkeit unserer Kinder noch mal eine weitere Dimension. Meine dreieinhalbjährige Tochter spielt heute schon alleine draussen in der Siedlung, mit Älteren, aber auch mit gleichaltrigen Kindern. Immer wieder schaut eine Mutter vorbei und versichert sich, dass niemand trotz aller Warnungen auf die selten befahrene Strasse rennt. Kurz: Das Paradies für eine spielplatzverweigernde Mutter wie mich.
Letzte Woche toppten wir das Ganze, so dass sich unsere ausländischen Freunde langsam fragen, ob ich eigentlich die leibhaftige Rabenmutter sei: Der Grosse (8 Jahre) hatte schulfrei und begleitete die Kleine in die Spielgruppe, die sich in unserem Dorf befindet. Gehweg für einen Erwachsenen 90 Sekunden. Für die Kids: viereinhalb Minuten. Ich war so stolz. Und der grosse Bruder natürlich auch. Doch irgendwie wartete ich dennoch dauernd auf einen Anruf, von der Spielgruppenleiterin oder einer Nachbarin, die mich ermahnen würden, meinen Kindern doch bitteschön besser zu schauen. Der Anruf kam nicht. Die Tatsache, dass ich mir darüber Gedanken machte, bewies mir jedoch, dass ich zwar stolz auf die Selbstständigkeit meiner Kinder bin, dennoch offenbar auch sehr unsicher über die Legitimität eben dieser.
Was meint ihr? Wie selbstständig sind eure Kinder, dürfen sie alleine raus zum Spielen etc.?

Donnerstag, 12. Juli 2012

Ganz die Mama!



Ein Blog widmet sich den alten Fotos unserer Eltern. Und den Imitaten ihrer Kinder. Schön nostalgisch!

Das Foto meiner Mutter, wie sie in weissem Jupe, kniehohen Stiefeln und Perlenkette auf ihrer ebenfalls schneeweissen Vespa sitzt, ist eins der vielen Erinnerungsstücke, die ich auf jeden Fall einmal meins nennen möchte.
Deshalb gefiel mir auch dieser Blog so: Like Mom, like Dad stellt nostalgische Schnappschüsse unserer Eltern nach. Mit deren Kindern und Enkelkindern. Wie hübsch sie doch waren!

Dienstag, 10. Juli 2012

Lektüre für grosse Buben





Das neue Vätermagazin «Big Spick» widerspricht der Legende des modernen Vaters, der endlich Verantwortung übernimmt. Die Blattkritik einer Mutter, die mehr vom Kindsvater erwartet.


Beim Durchblättern des neuen Spick-Magazins «Big Spick: Für Schweizer Väter» ging mir dauernd der uralte Werbeslogan von «Denim» durch den Kopf: «Für das Beste im Mann». Denn genau für das Beste im Vater scheint das Heft eben nicht gemacht zu sein. Im Gegenteil, es zementiert die Mär des Fun-Dads, der am Wochenende mit den Kindern Action macht, aber ihren Alltag kaum kennt. Spick macht folglich genau das, was alle anderen Familienmagazine vermeiden wollen: Clichés verfestigen.
Natürlich ist es cool, wenn Papi einen Angelknoten mit seinem Sohn (!) knüpfen kann. Auch ist das Titelbild süss: Papi und Sohnemann (!) liegen unter dem Oldtimer, nur die Beine schauen raus. Quality-Time mit dem unter der Woche ach so beschäftigten Vater. Abgesehen davon, dass Väter offenbar nur Söhne haben (Töchter kommen als Quote in der Anleitung für’s Strom-machen mit Zitronen vor, sonst wenig), erstaunt es doch sehr, dass das präsentierte Bild offenbar Folgendes ist: Väter sind cool und machen coole Sachen mit den Kindern. Basteln, flicken, Sport. Hat sich in den letzten vierzig Jahren wirklich so wenig verändert?
Das erfährt, wer den Egotest «Sind Sie ein guter Vater?» macht, der so durchschaubar ist, als hätte ihn ein Stammtischpädagoge geschrieben. Oder im Interview mit dem Philosophen Dieter Thomä, der weiss, wie Väter zu Helden werden. Müssen Väter denn wie einst Superman ein grosses S auf ihrem T-Shirt tragen, kaum betreten sie das traute Heim? Oder habt ihr schon mal einen Test gemacht, bei dem ihr herausfindet, ob Sie eine Supermom sind? Einen nicht ironischen, meine ich.
«Big Spick» ist wirklich schön gestaltet und auch gut geschrieben, das Image der Väter hingegen wird nicht aufgewertet, im Gegenteil. Väter erscheinen darin wie grosse Buben, die gerne spielen, heute ausnahmsweise mal mit den Kindern.
Nach Jahren der Bemühungen, sind viele einsteige Müttermagazine umgestiegen auf Elternmagazine oder wie «wir eltern» sich beschreibt: «Für Mütter und Väter». Wieso braucht es denn jetzt ein Vätermagazin? Pardon, ein «Magazin für grosse und kleine Buben»? Jetzt könnte man argumentieren, dass ich ja kein Vater bin, also keine Ahnung habe. Deshalb hier die Blattkritik meines Mannes, zweifacher Vater: «Das ist ein Magazin für hyperaktive Männer von hyperaktiven Kindern, die offenbar ihre eigene Kindheit vergessen haben und deshalb Anleitungen zum Spasshaben brauchen.»
Was meint ihr? Braucht es ein Vätermagazin mit Anleitungen für cooles Basteln? Oder wie würdet ihr euch ein solches vorstellen?

Donnerstag, 5. Juli 2012

Der Graben wird kleiner

 

Es gibt sie eben doch, die Lösung zum geringeren Lohngefälle zwischen Mann und Frau. Sie ist britisch.

Mütter, die vermehrt Vollzeit arbeiten, vermindern den genderspezifischen Lohnunterschied, so eine britische Studie. Während Single-Männer immer mehr verdienen, sinken die britischen Löhne der Väter massgeblich. Bei den Frauen ist es hingegen genau umgekehrt. Wie die letzte Woche erschienene Studie der «Resolution Foundation» zeigt, sank das Lohngefälle zwischen Müttern und Vätern folglich in 20 Jahren um 25 Prozent.

Die Gründe dafür liegen in einer Verschiebung der Arbeitstrends: Männer arbeiten vermehrt Teilzeit, während – vor allem in Grossbritannien – Mütter in Krisenzeiten wieder 100 Prozent-Stellen annehmen. Ausserdem kriegen Frauen später Kinder, weshalb ihre Karriere bereits zementierter ist und der Lohnverlust beim Wiedereinstieg entsprechend geringer. Eine weiterer Faktor, so die Studie, ist der, dass die Löhne älterer Männer schon immer langsamer stiegen und dies eben auch Väter betrifft, die heute durchschnittlich älter sind, als vor 20 Jahren.

Da Frauen vor dem Kinderkriegen in Grossbritannien dank guter Ausbildung mittlerweile mehr verdienen, als ihre männlichen Kollegen, fokussieren Paare offenbar vermehrt auf diesen Faktor, statt auf den des Geschlechts, wenn es darum geht, die Familie zu ernähren. Britische Kinder brauchen ihre Mutter nicht mehr als den Vater, vor allem nicht, wenn diese mehr Geld nach Hause bringen kann.

In Grossbritannien hat sich gezeigt, dass Familien mit nur einem Ernährer der Armut in Krisenzeiten kaum entkommen könnten. Vidhya Alakeson, Direktorin der Abteilung Forschung und Strategie der «Resolution Foundation» erklärte im «Guardian» deshalb: «Der monetäre Verdienst der Mütter innerhalb der Familie ist heute wichtiger denn je. Es besteht die Notwendigkeit, die Hindernisse in der Arbeitswelt für Mütter zu beseitigen. Jetzt, da sich die Wirtschaft etwas erholt, muss sich die Regierung vermehrt um die Kinderbetreuung kümmern und Anreize für Zweitverdiener schaffen. Gleichzeitig muss die Kinderbetreuung flexibler gestaltet werden, angepasst an die heutigen Arbeitsmuster.»

Interessant ist die Diskussion, welche diese Studie einmal mehr entflammt hat. Liest man die Kommentare im «Guardian» merkt man schnell, dass die Idee der Fremdbetreuung auch in Grossbritannien - ähnlich wie in der Schweiz - noch mit grosser Skepsis betrachtet wird. Aus einem wirtschaftlichen Thema machten die Kommentatoren in kürzester Zeit eine Diskussion für oder wider Kindertagesstätten. Andere Länder haben offenbar nicht immer andere Sitten.

Dieser Artikel erscheint heute ebenfalls auf clack.ch.

 

Dienstag, 3. Juli 2012

Was wiedermal gesagt werden musste


Dass es offenbar rockt, Vater zu sein. Ob Teilzeit, Vollzeit oder Wochenend-Papi: Der Hausmann bringt es diese Woche wiedermal auf den Punkt und lässt sich kein Problem einreden.

Text: Bänz Friedli fürs Migros Magazin
Machen wir es doch nicht komplizierter, als es ist: Vater zu sein, ist das Grösste. Mir können all die Ratgeberbücher gestohlen bleiben, die uns Männern derzeit einen Rollenkonflikt weismachen wollen. Es sei, ach, so schwierig, im Beruf seinen Mann zu stehen, daheim Windeln zu wechseln und dennoch ein ganzer Kerl zu bleiben, liest man. Und zu allem sollte man der Partnerin noch a) verständnisvoller Zuhörer, b) echte Stütze im Haushalt und c) wildromantischer Liebhaber zugleich sein. Reihenweise bedauern die dergestalt herausgeforderten «neuen Männer» sich selbst. Und in Zürich gibts für uns angeblich so arme Kerle neu gar offiziell einen Männerbeauftragten: 39-jährig, gut aussehend, kinderlos.

Unsinn! Ich lasse mir kein Problem einreden. Vater sein ist wunderbar. Es ist beglückend, lehrreich, bereichernd und ganz einfach: schön. Zudem sind Männer ja gerne taff. Da werden sie doch nicht bei der ersten sich anbahnenden Mehrfachbelastung einknicken? Und wenn es diese Belastung und die vielen Ansprüche, denen es gerecht zu werden gilt, denn tatsächlich gibt — Frauen kennen das seit Jahrzehnten, und man hat sie nie jammern gehört. (Hätte nämlich eine Mutter, die gleichzeitig berufstätig sein wollte, jemals lamentiert, welch schwieriger Spagat dies sei, hätte sie wahlweise «Rabenmutter!» zu hören bekommen oder «Dann bleib doch daheim bei deinem Goof!».)

Es gibt kein Rezept für das «richtige» Familienmodell, und an mir ist es nicht, irgendjemandem Vorschriften zu machen. Ausserdem macht das Modell allein noch nicht den guten Vater. Manch einer arbeitet im Job zu 100 Prozent und ist dennoch ein überaus engagierter Vater, andere nehmen zwar eigens drei Nachmittage pro Woche frei, stossen dann aber nur ostentativ den schicken Kinderwagen durchs Quartier und haben, wenn die Partnerin geschafft von der Arbeit heimkommt, weder eingekauft, geschweige denn gekocht. Und jedes zweite Mal bringen sie die Kinder zur Schwiegermutter und fahren dann «ausnahmsweise» ins Büro … Väter müssen lernen, keine besonderen, sondern ganz gewöhnliche Väter zu sein. Man kennt ja den Typus «Hier kocht der Chef!», der sich alle paar Wochen mal die entsprechende Schürze umbindet und dann ein exquisites Viergangmenü zubereitet — aber Rührei oder Restenauflauf für die Kleinen hat «Superman» noch nie gemacht. Und fragt man ihn nach der aktuellen Schuhgrösse seiner Kinder, sagt er: «Dings, ööhm …»

Jetzt mal abgesehen davon, dass ich ganz viele tolle Väter kenne: Es ist endlich an der Zeit, nicht von einem Verzicht zu reden — auf Karriere, Lohn, Prestige und was weiss ich —, wenn ein Mann sich entschliesst, ganz oder teilweise daheim zu bleiben, sondern von einem bewussten Entscheid für etwas: dafür, die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen, sie im Alltag zu erleben. Etwas anderes als Alltag kennen die Kinder nämlich nicht. Als Vater lernt man, das Bezaubernde im scheinbar Nebensächlichen zu finden: die Intensität des Alltags zu geniessen. Unser Hans zum Beispiel konnte früher tagelang am Boden knien und legölen. Ich hatte nichts weiter zu tun, als daneben zu sitzen und manchmal nach einem vermissten Lego-Stein zu fahnden. Es war wunderschön.

Die Schuhgrösse unserer Kinder? Uii! Jetzt überrumpeln Sie mich. Muss ich nachschauen gehen. 

Bänz Friedli live: 4. 7. Dübendorf ZH, 5. 7. Schönenwerd AG, 6. 7. Rüeggisberg BE.

Bänz Friedli (47) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich.

Montag, 2. Juli 2012

Spielen statt bauen!



Bevor die Kids spielen können, müssen Geschenke oft erst zusammengebaut werden. Muss das sein?

Es ist längst bekannt, dass ich nicht die Art Mutter bin, die gerne am Boden sitzt und mit den Kleinen spielt. Ich finde es langweilig und ehrlich gesagt; meine Kinder wohl auch. Deshalb sind sie meist  sehr selbständig und können ihrer Fantasie auch ohne meine Mithilfe freien Lauf lassen. Sie spielen mit Lego und Püppchen, verkleiden sich oder malen. Alles wunderbar!

Am Allerliebsten spielen sie mit Figürchen, die sie dann durch ein Haus fliegen lassen. Die Tochter macht aus Batman eine Fee, während die Barbie beim Sohn gerne mal zum Superhelden mutiert. Genderneutral lässt grüssen!

Doch was sie eben noch nicht können, vor allem die Kleine noch nicht, sind gewisse Spielsachen in den Zustand bringen, in dem sie dann wirklich damit spielen können. Nehmen wir bspw. Playmobil. Ich war schon immer ein grosser Fan von den Männchen und Weibchen mit den Topffrisuren. Doch was wir beim Kauf der Fantasiewelten immer wieder vergessen ist die Tatsache, dass man das ach so tolle Landhaus oder den durchdachten Polizeiposten erst einmal zusammenbauen muss! Und wer macht das am Kindergeburtstag oder an Weihnachten, wenn die ganze Verwandschaft zuschaut und die Kinder einem ungeduldig über die Schulter schauen und in Endlosschleife fragen «Bist du endlich fertig? Können wir jetzt spielen?»? Na, wer wohl?

Mami und Papi natürlich! Und kriegen ansonsten nichts vom Abend mit, weder den kaltgestellten Riesling, noch die feinen Lachshäppchen und schon gar nicht die alten Freunde, die man seit letztem Jahr nicht gesehen hat. 

Deshalb hätte ich einen Vorschlag an alle Spielzeughersteller: Produziert doch bitte mehr fertige Spielsachen, die trotzdem cool (und nicht durchgehend rosa gefärbt) und hochwertig sind, so dass wir Eltern das Familienfest geniessen können, statt einen auf «Bob, der Baumeister» machen zu müssen. Herzlichen Dank!

Vor allem wenn man bedenkt, dass die lieben Kinderlein am Ende sowieso lieber mit der Verpackung spielen... (siehe Bild)

(Natürlich gibt es die schon, bspw. bei http://www.spielzeugwunder.de. Ich mein ja nur.)

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