Dienstag, 30. Juli 2013

Sommer-Best-Of: Sind die Männer am Ende?

Hanna Rosin behauptet in ihrem Buch «The End of men», Frauen hätten ihre Ziele erreicht, die heutige Arbeitswelt sei mehrheitlich weiblich, nun müssten sich die Männer anpassen. Kann das sein?


Die feministische Revolution passiere hier und jetzt, vor unseren Augen, behauptet Hanna Rosin, die für den «Atlantic» schreibt und bereits vor zwei Jahren mit einem gleichnamigen Artikel für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte. Ihr gerade erschienenes Buch erhitzt die Gemüter nicht minder.
So behauptet sie, Frauen auf der ganzen Welt seien zusehends dominanter im Job, in der Bildung, in der Partnerschaft. Die Tatsache, dass in vielen – den meisten – Ländern Frauen immer noch unterdrückt werden, weniger Lohn erhalten und wirtschaftlich kaum präsent sind, bezeichnet sie als «das letzte Artefakt eines schwindenden Zeitalters und keine permanente Konfiguration». Diese und andere leichtfertige Aussagen brachten unter anderem die Historikerin und Journalistin der «New York Times», Jennifer Homans, auf die sozialdemografische Palme.
So regt sie sich in ihrer Kritik auch darüber auf, dass Rosin die Helden dieser Revolution nicht etwa in den Frauen, den Männern oder der progressiven Politik sieht, sondern in der Wirtschaft. Diese «New Service Economy», die sich nicht um körperliche Stärke schert, sondern «soziale Intelligenz, offene Kommunikation, die Fähigkeit, still sitzen und fokussieren können» begünstigt. Lauter weibliche Attribute, die bereits Kindergartenkinder zu spüren bekommen.
Frauen sind fleissig, Männer sind CouchpotatoesOb es sich für eine aufgeklärte Frau wie Rosin ziemt, so offensichtlich in die Cliché-Schublade zu greifen und Stereotypen zu nennen, ist in der Tat fraglich. Ganz allgemein kommen Frauen in Rosins Buch ausschliesslich als super-organisierte Arbeitsbienen daher, während sie ihre männlichen Gegenüber als lauter unambitionierte Couch-Potatoes mit Hand in der Hose darstellt. Oder wie Homans in ihrem Artikel schreibt: «Ist es wirklich eine gute Idee, anzudeuten, dass Frauen die Wirtschaft früher oder später erben werden und dass Männer sich – Gott hab sie selig – gefälligst anpassen und mehr – mehr was? – sollen? Mehr wie wir werden? Mit anderen Worten zu suggerieren, dass Erfolg – materieller, sozialer, sexueller, emotionaler – von unseren Qualitäten abhängt? Und nicht etwa vom legalen und institutionellen Rahmen, in dem wir leben?» Dieses Argument sei ihr zu nachlässig apolitisch, vor allem zu einem Zeitpunkt, in dem Frauen in Amerika Politikern gegenüberstehen, die erkämpfte Rechte wie Verhütung, Abtreibung und Lohngleichheit gänzlich untergraben wollen.
Gänzlich unverständlich wird die Beschreibung der Frauen, die die Welt offenbar erobert haben, wenn Rosin in ihrem Buch schreibt, diese hätten «ein Herz aus Stahl», sie würden sich halt das nehmen, was ihnen zustehe. Auch in Sachen Sex: Wenn ein Mann nicht für die Zukunft tauge, werde er halt ausgetauscht, schliesslich soll er ihre Karriereplanung nicht behindern. Mit solchen Argumenten werden sogar Antifeministen obsolet.
Der Untertitel von Rosins Buch «The Rise of Women» (Der Aufstieg der Frauen) gleicht für Homans eher einem sozialen Kollaps. Denn in der Chefetage sind Männer noch lange nicht am Ende, es passiert vielmehr in der mittleren und unteren Schicht. Denn das Ende der Männer sei eigentlich das Ende der Handwerker, die heute arbeitslos, depressiv und vermehrt von Staat und Frau abhängig sind. Seit 2000 gingen im ersten Sektor über sechs Millionen Stellen verloren, also ein Drittel der amerikanischen Arbeitskräfte, die meisten davon Männer.
Wie Immigranten in einem fremden Land
Doch nicht alle kritisieren Hanna Rosins Buch, Emily Bazelon – zugegebenermassen eine Freundin der Autorin – verteidigt diese auf slate.com mit folgendem Vergleich: «Rosin sagt selber, Frauen seien wie Immigranten in ein fremdes Land gekommen, hätten die Sprache gelernt, sich der Kultur und den Umständen angepasst. Männer sind wie Immigranten eingereist und dieselben geblieben wie in der Heimat. Damit meint sie aber nicht, Frauen seien die Gewinnerinnen eines globalen Genderkrieges. Doch Frauen passen sich besser an die heutige Wirtschaft an und bleiben flexibler als Männer.» Sie verstehe, dass sich Feministinnen durch das Buch bedroht fühlten, schliesslich müssten sie nun den Mantel des Opfers ablegen. Und wenn das alles stimmt, könnten Frauen ihren Schutz vor Diskrimination verlieren und das will natürlich niemand. Rosins Buch zwinge Frauen aber, ihre toten Winkel zu erkunden und die Fortschritte zu erkennen, die in den letzten Jahren tatsächlich stattgefunden haben.

Kann das sein? Dass die einst so männlich dominierte Welt mit einem Schlag einem Matriarchat gleicht und keiner hat es gemerkt? Vielleicht hat einfach Carla Tavris recht, wenn sie im «Wall Street Journal» schreibt: «Frauen und Männer sollten endlich einsehen, dass sie im selben Team spielen.»

Diese Artikel erschien letzten Monat auf clack.ch, dessen Kommentare erwähnenswert sind...

Sonntag, 28. Juli 2013

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In der Pubertät finden die Kinder uns peinlich und reden nicht mehr mit uns. Und was soll daran so schlimm sein?

Während Prinzchen George mit seinen königlichen Eltern seine ersten Ferien überhaupt verbringt, kehre ich gerade zurück von meinen. Mit einer Vorschul-Prinzessin und einem vorpubertierenden Prinzen. Mmmh. Ich frage mich, ob Klein-George seine Mutter später auch so nerven wird. «Mami, lueg! Wie sieht mein Kopfsprung aus?» (Prinz) «Mamiii, lueg! Ich kann schon ohne Flügeli im Kinderpool schwimmen!» (Prinzessin) «Maaaammiiiii, ich habe Hunger!» (Beide. Nie zur gleichen Zeit.) «Maaaaaamiiiiiii, dürfen wir ein Glace???» (Beide. Einmal stündlich.)



Vor Kurzem besuchte ich einen Vortrag zum Thema Vorpubertät und der Experte versicherte uns Eltern im Saal, wir müssten es jetzt unbedingt noch geniessen. Jetzt seien die Kinder noch wissbegierig und mitteilsam. Sobald die Pubertät käme, sei es damit vorbei und sie hätten dann dauernd das Gefühl, sie wüssten alles besser und überhaupt seien wir Eltern nur noch peinlich und hätten von gar nichts eine Ahnung.



Also versuchte ich, die Ferien und die damit einhergehende Wissbegierig- und Mitteilsamkeit meines Neunjährigen zu «geniessen». Ich hörte ihm zu. Auch dann, wenn er mir von seinem Game auf dem iPod erzählte und mir das x-te verpixelte Minecraft-Haus zeigte, dass er in aller Herrgottsfrüh bereits gebaut hatte. Ich beantwortete ihm seine Fragen, auch wenn diese noch so unangebracht waren («Mami, weißt du überhaupt, wie du fahren musst?»). Und natürlich spielte ich mit ihm alle Gesellschaftsspiele, die wir dabei hatten und schwamm mit ihm um die Wette. Ach ja, den Handstand und den Kopfsprung brachte ich ihm auch noch bei.



Hier muss ich vielleicht anmerken, dass der Papa diesmal nicht dabeiwar, der mir normalerweise teilen wir uns in solchen Sachen aufmindestens die Hälfte «Fun» abnimmt. Und da die anwesende Nonna für Kopfsprünge und kindliche Gesellschaftsspiele nicht zu haben ist, «genoss» ich die beigeisterungsfähige Vorpubertät meines Sohnes alleine. Und das sowieso extrem aktive und begeisterte Vorschul-Alter meiner bald Fünfjährigen ebenfalls.



Tja, wisst ihr was? Ferien waren das für mich keine. Lässig zwar, die Kids wiedermal so intensiv zu erleben. Erholend? Nicht wirklich. Weshalb ich heute die Pubertät meiner Kinder herbeisehne. Jene Phase ihres Lebens, in der sie mich peinlich und langweilig finden. Und nichts, aber auch gar nichts mehr von mir wollen. Alles, was sie dann noch interessiert, sind ihre Freunde, ihre Liebschaften, Musik und was heutige Pubertierende halt sonst noch cool finden. DAS werden dann Ferien sein!

Dienstag, 23. Juli 2013

Sommer-Best-Of: Der Trend zur Vollzeitmutter



Nicht bei uns, aber in Grossbritannien. Wo die Krise gross ist, müssen Frauen arbeiten. Entgegen jeder Annahme, sind sie darüber aber nicht glücklich: Sie wären lieber zu hause.

Die Zahl schockiert: 75. Soviele Prozent der britischen Mütter würden lieber nicht arbeiten gehen, sondern zu Hause beim Kind bleiben. In einem Land, in dem die Jobs rar und die Hypotheken hoch sind, bleibt vielen Frauen keine andere Wahl, als ein paar Wochen nach der Geburt wieder im Beruf einzusteigen. Die Umfrage der Vergleichs-Site «uSwitch» ergab, dass gerade einmal 12 Prozent der befragten Mütter gerne wieder arbeiten gingen, während 13 Prozent sich dessen nicht sicher waren.
Wahlfreiheit oder Zwang?
Hierzulande herrscht zwar immer noch die Meinung, die Wahl, ob Vollzeitmutter oder berufstätig, sei Privatsache. Doch immer mehr wird auch in der Schweiz klar: Arbeiten muss sich lohnen. Sowohl finanziell wie auch emotional. Gebe ich meine Kind in die Fremdbetreuung, wenn ich eigentlich lieber zu Hause bleiben würde, bloss weil die Emanzipation dies verlangt und ich sonst zur «Mutterkuh» mutiere? Will ich arbeiten, weil ich meinen Job liebe und mehr Geld in der Haushaltskasse nicht schaden kann? Arbeite ich, weil ich muss, um die Miete zu bezahlen und nicht bei jedem Glacé überlegen will, ob wir uns das leisten können?

Gründe, um nach der Geburt eines Kindes wieder berufstätig zu werden, gibt es viele. Immer weniger handelt es sich dabei jedoch um Selbstverwirklichung. Kleine Einkommen wissen das längst, der Mittelstand entdeckt es täglich von Neuem. So hat ein Doppelverdiener-Haushalt, der über 100'000 Schweizer Franken jährlich einnimmt, am Ende kaum mehr auf dem Konto, als der alleinverdienende Vater mit einem Lohn, der gerade einmal die Hälfte beträgt. Sozialleistungen und Steuereinsparungen seien Dank, lohnt sich das Teilzeitarbeiten für uns Mütter bald gar nicht mehr. (Genaue Zahlen erhalten Sie hier.)
Arbeiten, um die Betreuung zu bezahlen
Ich durfte das selber schon am eigenen Leib erfahren. Es gab Monate, da verdiente ich (als Selbstständige) gerade genug, um die Betreuung der Kinder zu bezahlen. Keinen Rappen mehr. Da hat mich auch schon eine Freundin ungläubig gefragt, wieso ich denn nicht einfach aufhören würde. Gute Frage. Nur: Ich liebe meinen Job, ich würde ihn nicht aufgeben wollen, um wieder Vollzeitmutter zu werden. Ich glaube fest daran, dass meine (und ich meine damit nicht grundsätzlich alle, aber meine) Kinder davon profitieren, die Krippe/Tagesschule/Spielgruppe zu besuchen, während ihre Mutter einem Beruf nachgeht. Doch frage ich mich manchmal schon, was das Ganze soll. Würde ich mehr arbeiten, um mehr zu verdienen, müssten meine Kinder ja noch öfter fremd betreut werden. Und das will ich wiederum nicht. Also doch Selbstverwirklichung?

Ob die Britinnen nun Recht haben mit ihrem Wunsch, zu Hause zu bleiben, muss jede selber wissen. Ich vermute mal, wenn man sie in ein paar Jahren nochmal fragt, dass die Zahl etwas kleiner ausfallen wird. Das Bedürfnis, bei seinem Baby bleiben zu wollen, ist verständlichweise gross, wenn die Kinder aber zur Schule gehen und einen nicht mehr soviel brauchen, würden einige vielleicht doch lieber etwas anderes tun, als kochen, waschen, putzen. Aber nur, wenn dabei etwas rausspringt, oder nicht?
Wie ist das bei euch? Arbeitet ihr für das Geld oder «zum Spass»? Und lohnt es sich? Oder wärt ihr lieber zu Hause?

Dienstag, 16. Juli 2013

Sommer-Best-Of: Alles Supermamis



Das Kino ist voll davon: Superhelden. Mit Cape und Maske. Aber auch in Familien trifft man sie. Mit Baby und Windel. Oder so.

Denn Mütter haben Superkräfte. Sie können vielleicht nicht Wolkenkratzer raufklettern oder die Welt retten, aber sie besitzen ein paar unglaubliche Fähigkeiten:
  1. Sie können alles – wirklich alles – einhändig.
    Betten machen, Schoppen geben, Mails lesen, den Sonntagsbraten vorbereiten? Ein Klacks! Die zweite Hand ist wirklich nur noch ein Bonus. Und zum Autofahren ganz gut geeignet.
  2. Sie haben übermenschliche Kräfte.
    Als wir den Kinderwagen im Baby-Shop kauften und zum ersten Mal in unsere Familienkutsche hievten, dachten wir doch noch, er sei verdammt schwer, nicht? Seltsam, wie wir ihn ein paar Wochen später – einhändig – zusammenklappen und im Kofferaum verstauen. Ohne mit der Wimper zu zucken (oder fast).
  3. Die Sinne sind geschärft.
    Jedes noch so kleine Geräusch weckt uns nachts auf. Und den Papa nicht. Superkräfte!
  4. Alte Ängste sind wie weggeblasen.
    Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich vor Spinnen ekelten oder Leitern mieden? Diese Zeiten sind vorbei, kaum ist man Mutter: Spinne raus, Kind vom Kletterturm runterholen, alles kein Problem!
  5. Der Geruchssinn ist besonders gefragt.
    Oder wer von Ihnen hat noch nie am Baby-Po gerochen, um zu erfahren, ob die Windel voll ist? In der Öffentlichkeit, versteht sich.
  6. Mütter sind immer dabei. Sogar die, die ausser Haus arbeiten.
    Die ersten Schritte, das erste Töpfchen, das erste «Mama». Ob die Kids damit warten, bis Mami es selber sieht, oder ob das unsere Superkräfte sind, ist bis heute nicht geklärt. Aber das meiste verpasst die Mutter nicht. Denn sie ist Supermami!
Hier wollte ich anfügen, das gelte alles auch für Väter, schliesslich wurde ich oft genug gemahnt, nicht nur über Mütter zu schreiben. Doch stimmt das? Können Väter alles einhändig? Und was ist mit dem übersensiblen Hörsinn nachts?

Freitag, 12. Juli 2013

Andere Länder, andere Spleens




Fahrt ihr ins Ausland in die Ferien? Dann achtet doch mal darauf, was man da mit den Babys macht.

Mit einer italienischen Mutter aufgewachsen, musste ich mir während der Schwangerschaft oft anhören, ich dürfe keinen Schmuck um den Hals tragen, da mich das (noch ungeborene, wohlgemerkt) Kind sonst nachahmen wolle und sich die Nabelschnur um den Hals legen würde. Natürlich habe ich mich nicht daran gehalten, doch lustig fand ich es allemal.

Weshalb ich etwas recherchiert habe, um zu erfahren, was andere Nationen für Rituale haben, im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Babies. Hier die skurrilsten:

Bulgarien
Um die Babys vor dem Teufel zu beschützen, spuckt man sie an und sagt gleichzeitig: «Das Huhn soll dich anscheissen». Dies soll den Teufel glauben machen, das Baby sei hässlich und somit nicht verderbenswert. Denn nur schöne Babys sind schützenswert, oder wie versteht ihr das?

Spanien
Auch sie haben es mit dem Teufel. Am 25. Mai springen als Satan verkleidete Männer über ganze Reihen von Babys, die so vor dem Teufel beschützt werden sollen. Hoffentlich fällt keiner auf die Schnauze...

GuatemalaDies ist einer für alle Eltern von Babys, die nachts nicht schlafen wollen: In Guatemala werden Babys (auch solche, welche keine Schlafprobleme aufweisen) abends eiskalt gebadet, das soll den Schlaf fördern. (Wahrscheinlich fallen sie in einen thermischen Schock, ruhig sind sie dann auf jeden Fall.) 

Schweden
Auch nordische Mütter haben Babys, die nicht schlafen wollen. Hierfür wird ihnen der Hintern versohlt. Sachte und rhythmisch klopft die Smörebröd-Mutter den Baby-Po, bis das Kleine eingeschlafen ist. Oder seinen A... nicht mehr spürt. 


Russland
Den Mittagsschlaf sollen Babys draussen abhalten, im Kinderwagen. Dies soll ihr Immunsystem stärken und sie so vor Krankheiten bewahren. Da frieren sich wahrscheinlich sogar die Viren einen ab.... 


China
Als gutes Omen für ein langes Leben gibt man Babys in China kleine, in tierische Formen geschnittene Brotstücke zu essen. Wenn es sich nicht daran verschluckt, hat es tatsächlich Chancen, lange zu leben...


Schweiz
Eine kanadische Bekannte fragte mich mal, ob das stimme, dass wir unsere Babies in Hängematten schlafen lassen. Sie fand das total skurril! Andere Länder, andere Sitten... 


Kennt ihr weitere Rituale aus dem Ausland? Und aus der Schweiz?

Mittwoch, 10. Juli 2013

Wider den Traditionen



«Mami, wieso sind wir auf den Hochzeitsfotos nicht drauf?» Ja, wieso eigentlich?

Das Bundesamt für Statistik bestätigte letzte Woche, was wir schon längst vermuten, weil selber erlebt. «Jede dritte Neu-Mutter ist über 35». In der Tat kenne ich selber einige, und bei meinem zweiten Kind war ich auch schon näher an den 40 als an meinem dritten Jahrzehnt.

Viel interessanter fand ich indes folgenden Abschnitt des Artikels im «Tages Anzeiger»: «Die Zahl der nicht ehelichen Geburten ist weiterhin im Steigen begriffen, wie das BFS weiter schreibt. 2012 belief sie sich auf 16'600. Zwischen 2011 und 2012 ist die Zahl um 6,2 Prozent gestiegen und hat sich innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. So war jedes fünfte Kind ein nicht eheliches Kind.» Nicht, dass es heute für irgendjemanden – ausser vielleicht religiösen Menschen – wirklich ein Problem darstellen würde, wenn ein Paar eine Familie gründet, ohne die Partnerschaft vorher beim Standesamt gesetzlich gefestigt zu haben. Oder wie Schawinsky einst sagte: «Who cares?»

Selber habe ich einige Bekannte, die es «andersrum» gemacht haben, und manchmal frage ich mich lediglich, ob die nicht eigentlich die richtige Reihenfolge gewählt haben. Erst Kinder und dann heiraten. Wenn überhaupt. So hatten gute Freunde von uns erst zwei Mädchen und erst als die Kleinere kaum gehen konnte, beschlossen sie, eine Ehe einzugehen. Sie liebten sich – und tun es immer noch –, doch eine Ehe schien ihnen bis dahin nicht unabdingbar, um als Familie glücklich zu sein. Wieso auch? Ändern tut der Schein nicht wirklich etwas, das können mir sicherlich viele Eheleute bestätigen (von rechtlichen Belangen abgesehen, versteht sich). Das Schönste an ihrem Arrangement fand ich dann insbesondere, dass die Kinder bei der Hochzeit dabei sein konnten! Die Mädchen waren bei den Vorbereitungen dabei, haben mit den Eltern den Ort ausgesucht, durften Mama im Hochzeitskleid bewundern und lachten mit, als Papa sich bei seiner Rede ein klein wenig blosstellte. Sie haben mitgefeiert, und für die Grosse ist der Tag, an dem Mama und Papa offiziell zusammengehörten, eine einmalige Erinnerung.

Sie muss entsprechend nie fragen «Mami, wieso sind wir auf euren Hochzeitsfotos nicht drauf?» Denn sie waren dabei. Und das hat schon seinen Reiz, finden Sie nicht? Oder plädieren Sie eher für die traditionelle Reihenfolge?

Montag, 8. Juli 2013

Hurra, wir leben noch!

Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, wie unsere Eltern mit uns umsprangen.



Hey, wir leben noch! Schwer zu glauben, dass wir es so lange geschafft haben, so, wie unsere Eltenr uns aufgezogen haben! Sie waren weder Helikopter-Eltern noch Tigermütter, sie hatten keine Baby-Atem-Überwachungsgeräte und auch kein GPS, das ihnen sagte, vor wir uns gerade befanden. Unseren Eltern waren Mütter und Väter, die ihr Bestes taten. Doch war das auch gut?

Während dieser Fahrten rauchten die Eltern meist, und wenn wir uns auf halbem Weg erbrachen, befanden sie, wir Kinder würden das Autofahren nicht ertragen...

Auch hatten unsere Eltern den ganzen Mittwochnachmittag keine Ahnung, wo wir uns rumtrieben. Bis heute nicht.

Wir gehören sicherlich nicht mehr zur Generation, denen der Hintern versohlt wurde, aber eine kleine Ohrfeige ab und zu?

Unsere  Hausaufgaben machten wir ganz ALLEINE! Ganz ohne Hilfe. Oder meistens.

Und nicht zuletzt durften wir im Auto auf der Rückbank liegen, wenn wir in die Ferien fuhren. Nicht angeschnallt und ohne Kindersitz!! Oder im Kofferraum...


Würden wir unsere Kinder so aufziehen, wie sie uns damals, hätten wir mit grösster Wahrscheinlickeit die Vormundschaftsbehörde im 
Haus. Oder nicht?
Wie war das bei euch? Was durftet/musste ihr, was eure Kinder nicht dürfen/müssen?

Montag, 1. Juli 2013

Kommunikation ist alles



Dass so etwas wie Kekse ausgehen kann, gibt es nicht. Nicht für eine Zweijährige auf jeden Fall.

In der Welt der Zweijährigen ist Mami eine Prinzessin, sind Bettzeiten verhandelbar, und Kekse gibt es immer und zu jeder Zeit. «Convos with my 2-Year-Old», Episode 3, zeigt, wie schwierig sich die Kommunikation mit einer kleinen Person erweisen kann. Und wie beängstingend sie mitunter sein kann. Vor allem, wenn sie will, was sie will und sie es sofort will. Sie wissen schon.

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