Freitag, 25. Oktober 2013

Hausaufgaben-«Hilfe»...



Die Ferien sind fertig, die Schule fängt wieder an. Und mit ihr der Horror der Hausaufgaben.

Ferien sind super. Morgens ausschlafen, im Pijama rumhängen, irgendwann frühstücken, Ausflüge planen und einfach mal sein. Wunderbar!

Nun musste ich während der Herbstferien arbeiten und die Erholung war eine andere. Nämlich die Erholung vor den Hausaufgaben. Ganze zwei Wochen keinen Mathe-Stress! Fast so schön, wie im Piji rumhängen und ausschlafen! Denn ab einer gewissen Primarstufe fällt bei den Hausaufgaben der Junioren der Jööh-Effekt weg. Vollkommen. Mein Sohn tanzt an mit richtig schweren Kopfrechnungen mit so unglaublich hohen Zahlen. Mein hilfloser Blick, der verzweifelt nach einem Taschenrechner zielt, hilft dem Kleinen in seinem mathematischen Selbstbewusstsein auch nicht gerade weiter. Natürlich reibe ich ihm nicht unter die Nase, dass ich in Mathe eine Null war, das muss er selber schon gemerkt haben. Die Lehrerin hat uns gesagt, wir sollen die Kinder motivieren, auch wenn wir befürchten, dass sie unsere defizitären Algebra-Gene geerbt haben.

Was mich immer wieder erstaunt in dieser Hausaufgaben-Frage ist, dass ich keinerlei Erinnerung daran habe, dass meine Eltern mir in der Primar irgendwie bei den Hausaufgaben geholfen hätten. Nie. Sie übrigens auch nicht. Ich kam von der Schule nach Hause, machte meine Aufgaben (ob richtig oder falsch lässt sich nicht mehr nachvollziehen) und ging so schnell wie möglich wieder raus zum Spielen.

Bei meinem Kind sieht das ganz anders aus: Er kommt nach Hause, ist todmüde, hängt ein bisschen rum, isst Zvieri und macht sich dann maulend an die vielen Hausaufgaben. Englisch, etwas Deutsch und die verhasste Mathematik.

Mein Verstand empfiehlt mir und ihm, erst die Aufgaben zu machen, die ihm weniger leicht fallen, dann hat er sie hinter sich. Profis – wie bspw. die Macher von «Mit Kindern lernen» – empfehlen einem wiederum erst das zu erledigen, was einem Spass macht. In unserem Fall die Deutschaufgaben. Doch irgendwie zögert das nur den Stress hinaus und funktioniert bei uns auch nicht richtig.
Ein weiteres Problem ist die tiefe Frustrationstoleranz meines perfektionistischen Sohnes. Er möchte alles richtig machen. Sofort. Schliesslich geht das im Deutschen ja auch, wieso nicht in der Mathe? Für mich das Schwierigste überhaupt, da ich nicht mit Geduld gesegnet bin...

Deshalb kann es mir manchmal fast so gehen wie der Mutter im Clip, wenn es darum geht, die Hausaufgaben zu kontrollieren (vor allem, um zu wissen, was bei ihm läuft, nicht um sie zu korrigieren. Ich hoffe immer noch, dass wenn die Lehrerin sieht, was er nicht kann, dass sie eine Zauberformel spricht und es wird alles gut...).

Wie ist das bei Ihnen? Wie handhaben Sie den Hausaufgaben-Stress? Kinder machen lassen? Helfen? Strategien. Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe!

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Freiheit!

 

Als ich meine Familie verliess, um ans andere Ende der Welt zu reisen, hatte ich Bedenken. Unbegründete, wie sich herausstellte.

Ich hab’s getan. Endlich. Nach zahlreichen Überlegungen, Verwerfungen, Planung und Neuplanung bin ich abgehauen! Nein, nicht für immer (dieses Bedürfnis habe ich schon länger nicht mehr, seit der letzten Windel, glaube ich). Nur für eine Woche. Ans andere Ende der Welt: Japan.

Es war unglaublich. Das Land, die Leute, die Athmosphäre aber vor allem: Das Alleine-Reisen! Für jemanden, der sonst nichts, aber auch gar nichts alleine tut (na ja, ausser auf die Toilette gehen und ein Buch lesen, das geht zu zweit nicht so gut), fand ich die Erfahrung einfach nur spitze! Eine Stadt im Alleingang erkunden, sich selber zurechtfinden zu müssen, ohne mit jemandem besprechen/darüber streiten zu können, ob der Weg zum Tempel nun nach links oder geradeaus führt, war unglaublich befreiend! Ein Gefühl von Stolz und echter Freiheit kam auf, als ob ich 15 wäre und gerade zum ersten Mal in die grosse Stadt fahren dürfte. Toll! 

  1. Vor meiner Abreise war ich mir dessen nämlich gar nicht sicher. Ich hatte Angst, dass ich meine Familie so sehr vermissen würde, dass ich die Reise gar nicht geniessen könnte.
  2. Noch mehr Angst, in Japan niemanden zu verstehen, und meine Familie deshalb umso mehr vermissen würde.
  3. Teuflische Angst, nach zwei Tagen wieder nach Hause zu wollen, weil ich meine Familie vermisste.

Und jetzt raten Sie mal: Ich vermisste meine Familie. Ein wenig. Schon. Aber nicht so sehr, dass ich meine Reise nicht hätte geniessen können! Interessant für mich war, dass ich vor meiner Abreise befürchtete, vor allem die Kinder zu vermissen. Diese waren die ganze Woche mit ihrem Vater, Sorgen brauchte ich mir zwar keine zu machen. Dennoch war ich mir sicher, dass ich sie noch mehr als meinen Mann vermissen würde.

Ich habe mich geirrt. Meinen Mann habe ich nämlich mehr vermisst als meine Kinder. Hierzu muss ich sagen, dass es generell so ist, dass man auf Reisen so viel Neues erlebt, dass das Vermissen nun wirklich in den Hintergrund gedrängt wird. Doch wurde ich durch die Fremde an unsere vielen Reisen vor den Kindern erinnert und hätte das Neue deshalb gerne mit meinem Liebsten zusammen erlebt, ihm hätte das Land nämlich genauso gut gefallen wie mir! Für die Kinder wäre es natürlich auch toll gewesen, aber viel zu anstrengend. Deshalb habe ich meinen Mann mehr vermisst als meine Kinder. Und bin sehr froh drum zu wissen, dass ich eine solche Reise nächstes Jahr wieder antreten kann, ohne zu hyperventilieren. Sondern mich darauf freuen kann, etwas auf eigene Faust zu erleben, um zu Hause dann auch ganz viel zu erzählen.

Bevor ich abflog, traf ich noch eine Mutter, die auf meine Ansage hin, ich sei im Begriff, um die halbe Welt zu fliegen, etwas brüsk reagierte: «Lieber du als ich.» Tja. Das finde ich auch.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Waren Sie schon ohne Familie auf Reisen? Befreiend oder beängstigend?

Montag, 7. Oktober 2013

Die einzig wahre Familienpoltitik


Schon wieder gute Ratschläge «von oben». Mir reicht's!

Die deutsche Familienministerin Kristina Schröder tritt ab. Ich bin nicht traurig, denn ihr Hang zum mütterlichen - den sie selber aber nach eigenen Aussagen zuw enig ausleben durfte - ging mir gehörig auf den Senkel. Zum Abschied gab sie dem «Spiegel» diese Woche ein Interview, in dem sie wieder einmal Mütter dazu ermuntert, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Und logischerweise im Beruf zurückzustecken. Ihr Aufruf gilt nicht den Eltern. Nur uns Müttern.

Denn Mütter hätten nunmal ein anderes Bedürfnis dem Kind gegenüber blablabla. Schon wieder jemand, der uns Müttern (und nur uns Müttern) sagt, was wir zu tun und zu lassen haben: «Es ist ein urmenschliches Bedürfnis, in intensiven Familienphasen Zeit füreinander zu haben.» Es sei falsch, Mütter zu kritisieren, die sich dafür entschieden, sich im Beruf weniger zu engagieren, so Schröder gegenüber dem «Spiegel».

Letzteres halte ich für vollkommen richtig. Diese Kritik wäre unangebracht. Doch genauso falsch ist es auch, Mütter zu kritisieren, die nach einem Jahr - oder noch früher - wieder arbeiten wollen/müssen. Wieso kann nicht jede das tun und lassen, was für sie und ihre Familie stimmt? Warum müssen uns die Schröders und Schwarzers dieser Welt vorschreiben, wie wir zu leben haben?

Eine Familienpolitik, die jeder Familie die Wahl lässt, das zu tun, was sie will, ist die einzige Familienpolitik, die ich akzeptieren kann! Deshalb sollte alles dafür getan werden, dass Familien wählen können, welches «Modell» sie leben wollen/können.


Oder öppe nöd?

Freitag, 4. Oktober 2013

Reg' dich ab, verdammt noch mal!



Eine neue Erziehungsmethode? Schon wieder? Lest weiter, diese wird euch gefallen.

Letzte Woche habe ich hier diverse Erziehungsmethoden vorgestellt, die allesamt sozusagen animalisch waren. Denn wir Eltern vergleichen uns mit anderen Eltern (zugegeben, meist nur wir Mütter). Schliesslich wollen wir alle möglichst gute Mütter und Väter sein. Nun bin ich auf eine weitere Erziehungsmethode gestossen, die für einmal nichts mit Tieren zu tun hat. Die CTFD-Methode des Autors von «The Daddy Complex» David Vienna. Der Begriff bezeichnet die Anfangsbuchstaben für «Calm The Fuck Down», frei übersetzt «Reg dich ab, verdammt noch mal!». Damit sind übrigens nicht die Kinder gemeint, sondern wir Erzehungsberechtigten.

CFTD bzw. RDAVN stellt sicher, dass – egal welche Erziehungsmethode Sie bis anhin gewählt haben – es Ihren Kindern gut geht. Ein paar Beispiele, um die Wirksamkeit von RDAVN zu beweisen:

  • Du machst dir Sorgen, weil das Kind deiner Freundin mit vier schon lesen kann und deines das Bilderbuch immer noch verkehrt rum hält? Reg’ dich ab, verdammt noch mal!
  • Hast du Angst, du könntest deinem Kind nicht genug Weisheit mitgeben, um die Schule – und das Leben – zu meistern? Reg’ dich ab, verdammt noch mal!
  • Du befürchtest, nicht die Art Mutter/Vater zu sein, die/der du immer sein wolltest? Reg’ dich ab, verdammt noch mal!
  • Dein Kind interessiert sich nicht für Sport/Schule/Irgendwas-wofür-es-sich-interessieren-sollte? Reg’ dich ab, verdammt noch mal!
  • Dein Kind benimmt sich in der Öffentlichkeit peinlich? Reg’ dich ab, verdammt noch mal!
Ihr seht, die RDAVN-Methode nimmt den Druck. Dein Kind liebt dich und du  liebst dein Kind, begabt oder nicht. Und auch wenn ihr daran zweifelt, eine gute Mutter, ein guter Vater zu sein, für euer Kind seid ihr es ziemlich sicher. RDAVN bewirkt ausserdem, dass ihr immun werdet gegenüber allen, die mit elterlichen Ängsten spielen, wie Pseudopsychologen und Erziehungsratgeber-Autoren.

Um RDAVN richtig anzuwenden, befolgt bitte zwei Schritte:
  1. Reg dich ab, verdammt noch mal!
  2. Es gibt keinen zweiten Schritt...
Also, ignoriert doch einfach alle Erziehungs-Trends und bleibt dabei: Regt euch ab, verdammt noch mal! Ihr werdet erleichtert sein. Und eure Kinder auch.

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