Donnerstag, 17. April 2014

Was nach «ich liebe dich» nie folgen sollte





Es gibt ein Wort, das man nicht sagen sollte, wenn man jemanden liebt.

Keine Ahnung, wann mir das aufgefallen ist, aber es gibt Momente, da sage ich zu meinem Mann, meinen Kindern: «Ich liebe dich, ABER…» Darauf folgt meist:

«... du machst mich wahnsinnig!» (Sohn) oder
«... du hörst mir nicht zu.» (Tochter) oder auch
«...es wäre schön, wenn du deine Socken wegräumen könntest.» (alle)


GEHT. GAR. NICHT. Natürlich liebe ich sie alle. Sehr. Niemanden liebe ich mehr auf dieser Welt als meinen Mann und meine zwei Kinder. Doch was ich mit dem kleinen Wort «aber» eigentlich sage ist «Ich liebe dich. Aber ich würde dich noch mehr lieben, wenn du…» (Zutreffendes bitte ergänzen.) Ausserdem wird dieses Wort auf diese Weise inflationär gebraucht. «Ich liebe dich» sollte man einander sagen. Unbedingt. Lieber öfter. Aber man sollte es dann auch meinen und die Liebesbekenntnis nicht als Floskel benutzen. 

Nun hat mich Cara Paiuk, Bloggerin bei «Motherlode» der New York Times, darauf aufmerksam gemacht, was man anstatt «aber» sagen könnte, wenn man seine Liebsten auf etwas aufmerksam machen will: «und». Klingt dann so: «Ich liebe dich UND ich wäre froh, wenn du deine Socken wegräumen könntest.» Was man in diesem Fall dann aber auch unbedingt weglassen muss ist «gopfertoori nomal!» Denn wir lieben sie ja wirklich, ganz ohne wenn und aber. Richtig?

1 Kommentar:

Andrea Mordasini, Bern hat gesagt…

Das Problem hinter diesen Aber-Sätzen ist doch, dass Aussenstehende vor allem von uns Müttern erwarten, dass wir eben ohne Wenn und Aber stets gut drauf, gut gelaunt, überglücklich, zufrieden und dankbar sind für unser Glück und unsere Kinder abgöttisch lieben. Wagen wir es einmal bisschen zu jammern und zu erzählen, dass halt nicht immer alles nur superduper ist mit Kind und Erziehung und auch wir sowohl hin und wieder von den Kindern und deren "Aktivitäten" genervt sind (Trotzphase zum Beispiel), hagelt es nicht selten blöde Blicke und doofe Kommentare à la: "Tu doch nicht so und sei doch bitte dankbar, nicht jede hat das Glück Kinder und dann noch gesunde zu haben". Wenn wir Mütter auch mal ohne gleich als undankbar abgekanzelt zu werden, über einen Scheisstag klönen dürfen, gäbe es diese Aber-Sätze auch viel weniger... Oder jammern die 100% arbeitenden Kinderlosen auch à la: "Ich liebe ja meinen Job, aber..."? Eben ;)!

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