Montag, 28. Juli 2014

Nie wieder WWF Tipilager!





Das erste Sommerlager für unseren Grossen. Nicht nur das Wetter machte nicht mit....

Unser Grosser wollte sich diesen Sommer – nachdem wir letztes Jahr den Anmeldetermin verpasst hatten – unbedingt für das WWF-Tipilager anmelden. Wie die Indianer leben, schlafen, Werkzeug bauen und Schmuck basteln, hiess es in der schön gestalteten Broschüre.

Er freute sich seit Monaten darauf. Und wir freuten uns mit und für ihn. Einzig die Tatsache, dass sich – trotz umfangreicher Unterlagen -  die Lagerleitung mit keinem Wort vorstellte, fanden wir etwas befremdend. Für jedes der zahlreichen Lager, die mein Mann in seiner Hockey-Karriere leitete, gab er eine Liste der gesamten Leitung mit, damit die Eltern eine leise Ahnung haben, wem sie ihre Kids anvertrauen. Diese Lagerleitung befand das – trotz schriftlicher Nachfrage unsererseits – nicht für notwendig. Doch unser Grosser freute sich viel zu sehr, als dass wir ihn deswegen nicht hingeschickt hätten. Es war ja auch nicht sein erstes Lager, er war bereits mit der Tagesschule zwei Jahre hintereinander gereist. So etwas wie Heimweh kannte unser Sohn nicht. Bis jetzt. Aber der Reihe nach.

Da wir – also ich – eher neugieriger Natur sind, habe ich mit dem Lagerleiter und meinem Sohn vereinbart, dass er uns mal anrufen solle, einfach um zu hören, wie es ihm geht, was sie so unternehmen etc.

Also stieg der Sohnemann gespannt und sehr positiv eingestellt, am Sonntagmorgen in den Sammelbus. Soweit, so gut.

Da wir vereinbart hatten, er würde uns Mitte Woche anrufen, wurde ich Mittwoch schon etwas ungeduldig. Nach einem SMS an den Lagerleiter rief uns dieser an. Luc habe abends etwas Heimweh und er glaube, es sei keine gute Idee, uns anzurufen. Das mache das Heimweh nur schlimmer. Hmmm. Natürlich musste ich ihm Recht geben. Worauf ich ihn bat, den Kleinen dennoch zu fragen, ob er anrufen möchte oder lieber nicht.

Kurze Zeit später kam wieder ein Anruf (und jedes Mal hoffte ich, es sei endlich mein Kind!). Der Leiter versicherte mir, meinem Sohn ginge es besser, er wolle dennoch lieber nicht anrufen, aus Angst, es würde ihm danach wieder schlechter gehen.

Schon diese Aussage ist für eine Mutter nicht einfach, doch musste ich natürlich den Wunsch meines Kindes akzeptieren. Auch am nächsten Tag wollte er gemäss Aussage des Lagerleiters lieber nicht mit uns telefonieren, worauf wir einfach ausrichten liessen, er könne uns jederzeit erreichen, sollte er seine Meinung ändern. Ich tat mich etwas schwer damit, bis Ende Woche nichts von ihm zu hören, musste mich aber damit abfinden.

Es kam kein Anruf mehr, weder vom Kleinen, noch von der Lagerleitung. Woraus wir schlossen, dass das Heimweh vergessen war. Bis Samstag, als wir ihn endlich am Busbahnhof abholen durften. Er stieg strahlend aus dem Bus und umarmte uns stürmisch. Er sei „sooo froh, endlich daheim zu sein!“. Ob das Lager denn nicht gut gewesen sei, hakten wir nach. „Es war der Horror! Ich hatte solches Heimweh und durfte euch nicht einmal anrufen!“. Wie bitte? Wir haben doch angerufen, aber du wolltest ja nicht ans Telefon! Grosses Fragezeichen im wettergegerbten Gesicht (es hat die ganze Woche in Strömen gegossen). „Das wusste ich nicht. Niemand hat mir gesagt, dass ihr angerufen habt, der Lagerleiter hat gar nie mit mir gesprochen. Und als ich gefragt habe, sagte die 18-jährige Leiterin, ich dürfe nicht zu Hause anrufen, sonst werde das Heimweh schlimmer.

Kurz: Ich bin ausser mir. Es ist das erste Mal, dass eine Betreuungsperson mich anlügt. Es ist auch das erste Mal, dass sich mein sonst so fröhlicher und sozialer Sohn derart unwohl gefühlt vor Heimweh weint. Das erste Mal, dass ich erlebe, wie wenig Respekt einem Kind entgegengebracht wird. Das Schlimmste für ihn war aber, dass ein Gspönli sehr wohl anrufen durfte und er nicht, was erst recht keinen Sinn macht.

Da wir seither niemanden von der Lagerleitung erreichen können, habe ich bis heute kein Feedback erhalten. So muss ich davon ausgehen, dass der Leiter einen Imageschaden vermutete, wenn wir unser Kind vielleicht aus dem Lager geholt hätten. Denn darauf wäre es hinausgelaufen, der Kleine wollte gemäss eigenen Aussagen schon seit Dienstag nach Hause. Aber das hätte dann vielleicht andere Kinder animiert, das Lager ebenfalls zu verlassen. Oder wie sonst erkläre ich mir die Art und Weise, die Wünsche eines 10-jährigen und seiner Eltern derart zu ignorieren?

Der WWF organisiert anscheinend ganz tolle Lager, wir hatten wohl nur Pech. Aber riskieren würden wir es nicht mehr. Zumindest bis die Lagerleitung dieses speziellen Lagers ihren Dilettantismus abgelegt hat.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Ferienlagern gemacht? Kanntet ihr die Leiter jeweils? Durften die Kids zu Hause anrufen?




Freitag, 11. Juli 2014

Dieses Bild sagt alles über Mütter




Kim Kardashian macht es vor. Eine Mutter muss heute nämlich viel mehr sein als «nur» Mutter. 


Kim Kardashian ist mit Sicherheit kein Vorbild, zumindest nicht meins. Dass sie eine schöne Frau ist, kann man aber kaum bestreiten. Dass sie seit kurzem Mutter ist, konnten wir ebenfalls in der einschlägigen Presse lesen, und ihr Dasein als Ehefrau wurde uns in zahlreichen TV-Folgen ihrer Reality-Show präsentiert. 

Doch dieses Bild sagt noch etwas über sie – und eben auch über uns aus: Der Kinderwagen steht für ihr Muttersein. Die Brüste hingegen deuten an, dass sie eine Sexgöttin ist. Ihr silberner Eyeliner wiederum erinnert uns daran, dass sie auch ein Partyanimal ist, während ihre Frisur und ihr Blazer daran erinnert, dass Kardashian auch eine erfolgreiche Businesswoman ist. Eine "Yummy mummy" eben.

Und da sind wir auch schon beim Dilemma der heutigen Mutter: Sie soll doch bitteschön nicht nur die Kinder ernähren, sauber halten und den Haushalt führen. Einen – wenn möglich gut bezahlten – Job sollte sie schon auch vorweisen können. Diese zwei Sachen zu kombinieren, sind ja das eine. Viele von uns proben täglich diesen Spagat und scheitern mindestens so oft daran, wie es uns gelingt, die zwei «Karrieren» unter einen Hut zu bringen. 

Doch müssen heutige Mütter nicht nur super dehnbar sein, sie sollen bitteschön auch – um bei der Spagat-Metapher zu bleiben – mehr als nur zwei Beine haben. Schliesslich waren wir mal sexy und gut drauf, wieso soll das wegen ein bisschen Arbeit und Kinderbetreuung nicht mehr der Fall sein? Vermissen wir das denn gar nicht? Parties, Apéros, High heels und Small Talk? Wo bleibt die Verführerin, die ihrem Mann damals den Kopf verdrehte? Wo ist die Frau hingekommen, die direkt aus dem Ausgang ins Büro ging und ihre Pandabären-Augen auf der Büro-Toilette abschminkte? Kommt diese Frau auch bei Ihnen nur noch selten zum Vorschein? Bin ich froh! 

Kim Kardashian mag eine Traumfrau sein, für mich ist sie ein Albtraum! Denn natürlich stemmt sie das Alles nicht alleine. Für das Kind hat sie eine Nanny, im Unternehmen Mitarbeiter und den Haushalt macht sie mit Sicherheit auch nicht selber. Eigentlich darf sie weiterhin eine Sexgöttin für sich und ihren Mann sein. Mit Kinderwagen und Blazer. Und um die Sprache meines vorpubertierenden Sohnes zu bemühen: «Das ist unfair!» 

Aber hey! Den Männern geht es genauso. Das wiederum finde ich fair. Und Sie?

Donnerstag, 3. Juli 2014

"Du kriegst nix!"



Reiche Promis haben Angst, aus ihren Kinder verwöhnte Saugoofen zu machen und werden ihnen deshalb nichts vererben. Aktuelles Beispiel: Sting.

Als der Ex-Frontmann und Bassist von Police, Sting, damals «Russians love their children too» sang, wusste er wohl noch nicht, dass wir dies auch mal von ihm sagen würden. Der Multimillionär gab letzte Woche bekannt, er werde seinen Kindern wohl nichts übrig lassen, wenn er mal nicht mehr ist. In einem Interview mit dem «Mail on Sunday» bestätigte er, seine Kinder müssten arbeiten. «Ich habe ihnen gesagt, es würde für sie nicht mehr viel übrig bleiben, ich werde zu Lebzeiten das meiste ausgegeben haben», so der Arbeitgeber von immer noch über 100 Menschen. «Meine Kinder wissen das aber schon immer. Ich schätze und respektiere, dass sie praktisch nie etwas von mir verlangen.» Sting, dessen Mutter Coiffeuse und Vater Milchmann war, ist überzeugt, dass ein solches Erbe den Kindern nur schade.

Diese Aussage ist ein Echo auf die Studie von Withersworldwide, aus der die Sorge vieler reicher Unternehmer herausspricht. Viele von ihnen sehen ein grosses Erbe als charakterschädigend an und befürchten, es werde dem Gleichgewicht ihres Nachwuchses schaden. In der Tat ist Sting nicht der Einzige, der das so sieht. Folgende Persönlichkeiten möchten ihr Erbe lieber für wohltätige Zwecke gespendet wissen, als dass ihre Kinder mal durch Nichtstun reich werden:
  • Bill Gates
  • Warren Buffet
  • Michael Bloomberg
  • George Lucas
  • Ted Turner
  • Jackie Chan
  • Nigella Lawson
Alle anderen werden ihre Kinder wohl einfach mit ihrem Geld verderben, siehe Paris Hilton und Co. 

Da ich nicht wirklich weiss, wie sich ein Leben mit Aussicht auf ein Erbe anfühlt, frage ich Sie: Wie würden Sie handeln? Spenden oder vererben?

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